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Hier erhältst du Antworten auf häufige Fragen rund um das Thema Stillen

Wie kann ich für einen guten Start der Stillbeziehung sorgen?

Du solltest gerade am Anfang der Stillbeziehung eine ruhige Umgebung wählen, in der Du dich wohl fühlst. Dabei solltest du Quellen, die Euch stören wie Lärm und falsche Beleuchtung vermeiden. Gerade am Anfang benötigt Eure Stillbeziehung viel Geduld. Achte darauf, dass Du eine für dich bequeme Position wählst.

Wenn Du eine bequeme Position gefunden hast, solltest du auf folgende Dinge achten:

*Dein Baby sollte den Mund beim Anlegen an die Brust möglichst weit öffnen.

*Der Bauch deines Babys sollte an deinem Bauch anliegen.

*Achte darauf, dass Dein Baby möglichst viel der Brustwarze in den Mund nimmt.

*Du solltest die ausgestülpten Lippen deines Babys beim Trinken beobachten können.

Achte auf Hungerzeichen deines Babys. Dabei führt dein Baby anfangs nur die Hände zum Mund und versucht evtl. daran zu saugen. Die Bewegungen deines Babys werden immer hektischer und schneller bis es anfangen wird zu weinen.

Versuche Dein Baby möglichst in der frühen Phase anzulegen, da es dann noch nicht zu nervös ist.

Lege dein Baby nach Bedarf an bis es aufhört an der Brust zu saugen.

Wie oft sollte mein Baby an der Brust trinken?

Bis sich der Stillrhythmus zwischen dir und deinem Baby einpendelt, braucht es ein wenig Geduld.

In den ersten Tagen solltest du dein Baby spätestens alle 3 bis 4 Stunden anlegen. Um die Milchbildung anzuregen solltest du dein Baby in dieser sensiblen Anfangsphase möglichst oft an die Brust anlegen. Spätestens nach 4 Stunden solltest du dein Baby zum Stillen wecken. Dies kann dir zum Beispiel durch Ausziehen des Babys gelingen. Während der Wachstumsschübe deines Kindes können sich für wenige Tage die Stillabstände verkürzen. Durch die kürzeren Stillabstände zeigt dein Baby deinem Körper, dass er mehr Milch produzieren muss.

Während des Stillens ist es sehr wichtig, dass auch du als Mutter auf ausreichende Kalorienzunahme und Flüssigkeitsaufnahme achtest.

Wie kann ich erkennen, ob mein Kind genug Muttermilch bekommt?

Da man die Menge, die das Baby trinkt, nicht genau messen kann, sind viele Eltern am Anfang verunsichert, ob die Milch in ausreichender Menge vorhanden ist.

Dabei gibt es Anhaltspunkte, die dir zeigen, dass das Baby mit ausreichend Muttermilch versorgt ist:

 

Ausscheidung

Nach dem Milcheinschuss (etwa ab dem dritten/vierten Tag) sollte Dein Kind 5 bis 6 nasse Windeln in 24 Stunden haben.

 

Gewichtszunahme

Es ist völlig normal, dass dein Kind nach der Geburt bis zu 7% seines Geburtsgewichts abnimmt. Dein Baby sollte am 14ten Lebenstag sein Geburtsgewicht wieder erreicht haben. Die wöchentliche Gewichtszunahme bei einem gesunden und reif geborenen Baby sollte mindestens 150 g betragen.

 

Die Brust fühlt sich nach dem Stillen entleert

Du solltest dein Baby mindestens 15 Minuten pro Seite trinken lassen. Dabei wird es die erste Brust viel kraftvoller leer trinken, als die zweite Brust. Damit du eine ausreichende Anregung der Milchproduktion hast, solltest du folgende Regel beachten:

1. Schafft dein Baby nur eine Brust zu trinken, lege beim nächsten Durchgang an die andere Brust an.

2. Trinkt dein Baby an beiden Brüsten, solltest du mit der zuletzt angelegten Seite wieder anfangen. Da der Stillvorgang für dein Baby anstrengend ist, wird es an der zweiten Brust nicht mehr so viel trinken können, wie an der ersten Brust.

 

Dein Baby wirkt nach dem Stillen zufrieden

Wenn der Hunger deines Babys langsam abnimmt kannst du beobachten, wie es wieder in den Entspannungszustand eintritt. Oft schlafen Babys nach ausreichendem Trinken an der Brust ein. Achte darauf, dass das Baby zuvor ausreichend gesaugt hat.

 

Hörbares Schlucken beim Stillvorgang

Wundere Dich nicht, wenn dein Baby während des Saugvorgangs kurze Pausen einlegt. Diese braucht dein Baby zum Schlucken der im Mund während des Saugens angesammelten Milch. Dein Baby schluckt nach jedem 1.-2. Saugvorgang. Das Schlucken wird während des Stillvorgangs mit der Stilldauer abnehmen.

Was ist wenn das Stillen aus verschiedenen Gründen nicht klappt?

Stillhütchen:

Stillhütchen gibt es in verschiedenen Größen. Wichtig ist es zu Beginn die richtige Größe auszuwählen. Wenn du den Milchspendereflex händig oder mit der Pumpe ausgelöst hast, verteile ein wenig Muttermilch um die Brustwarze herum. Hierdurch haftet das Stillhütchen besser an der Haut.

Jetzt kannst du wie folgt das Stillhütchen an die Brust anlegen:

Ziehe die Ränder des Stillhütchen nach außen und setzte es mittig auf die Brustwarze auf. Wenn du das Hütchen aufgesetzt hast, lass die Ränder los, die sich jetzt auf die Haut auflegen. Durch den jetzt entstehenden Unterdruck sollte das Hütchen auf der Brustwarze halten. Die Brustwarze sollte sich mittig im Stillhütchen befinden. Achte darauf, dass die aufgestellte Brustwarze nicht den Trichter des Stillhütchen berührt. Dann ist dein Stillhütchen zu klein gewählt.

Ist das Stillhütchen richtig aufgesetzt solltest du darauf achten, dass Dein Baby richtig an die Brust angelegt wird. Es ist wichtig, dass dein Baby nicht nur auf dem Hütchen saugt, sondern möglichst viel von der Brustwarze beim Saugen im Mund hat.

Nach dem Stillen solltest du auf eine gute Hygiene und gründliche Reinigung der Stillhütchen achten.

Verteile vorhandene Restmilch aus dem Stillhütchen auf der Brustwarze und lasse diese antrocknen. Dies hilft dir beim Abheilen von gereizten Brustwarzen.

 

Abpumpen:

Wenn dein Baby aus verschiedensten Gründen nicht gut an der Brust trinkt oder noch gar nicht an der Brust trinken kann, solltest du die Milchproduktion durch das Pumpen mit einer Milchpumpe anregen.

Wichtig ist es hierbei, in regelmäßigen Abständen von etwa 2 bis 3 Stunden pro Brust 15 Minuten abzupumpen.

Solltest du parallel zum Pumpen stillen, achte darauf nicht direkt vor der Stillmahlzeit abzupumpen, sondern erst nach dem Stillen. Da der Milchspendereflex durch das Stillen noch aktiv ist, hast du so die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Pumpen.

Sollte dein Baby nicht in deiner Näher sein, ist es ratsam dir ein Bild oder ein Video während des Abpumpens anzuschauen.

 

Wie lange kann ich Muttermilch aufbewahren?

Möchtest du dir einen Vorrat an Muttermilch anlegen, solltest du nach dem Stillen kleine Mengen an Muttermilch abpumpen und dieses sammeln und dann anschließend einfrieren.

Haltbarkeit von Muttermilch:

Frisch abgepumpte Muttermilch ist

--> bei Raumtemperatur à 6 bis 8 Stunden haltbar

--> im Kühlschrank (nicht in der Tür aufbewahren) à 72 Stunden bei 4°C

--> in der Gefriertruhe/Gefrierschrank à 6 Monate bei -18°C

Taue eingefrorene Milch nicht in der Mikrowelle auf, sondern bei Raumtemperatur. Wichtig ist es die eingefrorene Milch, mit dem Datum der Gewinnung zu markieren. So verlierst du nicht den Überblick.

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